TramTrain Alpin – die Regionalstadtbahn-Fahrzeugfamilie

Der Systembegriff „Regional-Stadtbahn“ definiert sich über die Fahrzeug-Type, die zum Einsatz kommt. Der eigentliche Fahrzeugtyp ist der „STADTBAHN“ zuzuordnen und ist eine erweiterte Straßenbahn, die auf Vollbahnstrecken zum Einsatz kommt. Früher nannte man die „Stadtbahn“ auch „Überlandstraßenbahn“ und in Amerika besser bekannt als „Interurbans“. Ein klassischer Vertreter der „Stadtbahn“ ist die Salzburger Lokalbahn.

Stadtbahnen, die in die Region auf Eisenbahnstrecken hinausfahren, nennt man Regional-Stadtbahnen, wie sie von Karlsruhe, Kassel, Mulhouse und Saarbrücken bekannt sind. Markantes Merkmal ist die Fahrzeugbreite von 2,65 Metern, die aus der Straßen-Fahrbahnbreite (2,80m) abgeleitet wurde. Im Gegensatz zu „U-Bahnen“ und schwerem Eisenbahnverkehr, die unter dem Überbegriff „Heavy Rail“ fallen, sind Stadtbahnen und auch Straßenbahnen in der Systemgruppe „Light Rail Transit System“ LRT zusammengefasst und die Fahrzeuge unter dem Begriff LRV, wie „Light Rail Vehicle“. Solche Fahrzeuge, in der Weiterentwicklung aus den Salzburger Lokalbahn-Triebwagen wurden vom Verein S-Bahn Salzburg in einem „virtuellen Lastenheft“ definiert und zu einer Fahrzeugfamilie TramTrain Alpin entworfen.

TramTrain-Alpin – die Regionalstadtbahn für alpine Regionen

Zuerst wurde überlegt, welche Anforderungen in den Bergen der alpinen Regionen und damit im Zentralraum Salzburg an solche Fahrzeuge gestellt werden. So war sehr schnell klar, dass extreme Steigungen und nicht minder extreme Wintersituationen an die Fahrzeugkonstruktion höchste Ansprüche stellen. Diese Vorgaben von den Bahnstrecken im Zentralraum Salzburg sind in der folgenden Tabelle ersichtlich:

4_3_12_TTA_Anforderungsprofil_Strecke

TTA Anforderungsprofil Strecke

Da sehr schnell klar wurde, das geht in der Fahrzeugkonstruktion sehr an die Grenzen des Möglichen, wurde in Gesprächen mit professionellen Fahrzeug-Konstrukteuren der einschlägigen Firmen in Wien die Fahrzeug-Charakteristik für den TramTrain Alpin-Triebwagen abgetastet. Herausgekommen ist eine Fahrzeugfamilie von der kleinsten Einheit, bis zum touristischen Panoramazug für Reisen im Hochpreis-Segment.

4_3_12_TTA_Anforderungsprofil_Fahrzeug

TTA Anforderungsprofil Fahrzeug

Die kleinste Einheit als Sechsachs-Triebwagen ist, wie die Salzburger Lokaalbahn heute schon zeigt, für den Bedarf im Zentralraum Salzburg zu klein.  Vermutlich als Zahnradvariante für die Gaisbergbahn und damit aus Stabilitätsgründen, ist diese Variante sinnvoll. Die „Normalvariante“ ist der Achtachs-Triebwagen in der Dimension des heutigen Salzburger Lokalbahn-Triebwagens, der in den Hauptverkehrszeiten zu Dreiwagenzügen mit 120 Metern Länge gekuppelt werden kann. Das ist heute bereits täglich gelebte Praxis auf der Salzburger Lokalbahn.

Für den touristischen Betrieb, den „Alpine Lakes-Express“, werden Panoramazüge mit hochgezogenen Fenstern und Restaurant-Wagen, sowie für Touristen wichtig, Platz für ausreichend Gepäck, verwendet. Eine völlig andere und neue Variante ist der „Cargo-TramTrain Alpin“, ein Gütertriebwagen, auf den mittels Seitenbeladung 40-Zoll-High Cube Container beladen werden können und damit auch Güterverkehr, teilweise im Straßenraum, ermöglicht.

 

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