S9 Traunreut/Siemenswerk – Traunstein – Freilassing – Salzburg – Anif – Hallein – Paß Lueg

S9 Paß Lueg

 

Die bayerische „Maximiliansbahn“ hieß ursprünglich die Bahnlinie Salzburg – München. Die folgt, im Korridor, in etwa der historischen „Römerstraße“ Salzburg – Augsburg; München gab es noch nicht. Die Staatsgrenze Österreich-Deutschland, die gleichzeitig die Stadtgrenze von der Stadt Salzburg zur Nachbarstadt Freilassing ist, verklärt etwas den Blick zu den bayerischen Nachbarn. Den Salzburgern ist oftmals nicht ganz bewusst, welche schönen Gebiete unmittelbar nach der Staatsgrenze liegen.

Somit wird die dreigleisige Bahnlinie Salzburg bis Freilassing zur innerstädtischen Hauptverkehrsachse für den Schienennahverkehr. Zu Zeiten des Bahnbaues wurde aus dem Weiler „Salzburghofen“ die Eisenbahnstadt „Freilassing“. Das Erbe der Eisenbahn zur Stadt Freilassing ist im Eisenbahnmuseum LokWelt Freilassing dokumentiert.

Die bayerischen Liniensterne

Der Linienstern Mühldorf, siehe S4, ist ein Begriff. Dort wird das Taktknotenmodell, als Verknüpfung aller Bahnstrecken in alle Himmelsrichtungen, perfekt realisiert. Dieselben Voraussetzungen für weitere bayerische „Liniensterne [Grafik] erfüllen auch die Bahnhöfe Freilassing und Traunstein. Der „Linienstern Freilassing“ ermöglicht das „Flügeln“, das Trennen und Vereinigen der Züge, der Linien S4 und S41 (siehe dort). Die S2 (siehe dort) hat den „Linienstern Traunstein“ zum Flügeln mit den Linien S22 Ruhpolding und S23 Waging. Die S9 ist die Hauptverkehrsachse im Regionalstadtbahn-Netz aus dem Raum Traunstein-Traunreut. Zum Vergleich mit Straßwalchen und Golling liegt die Entfernung zwischen Salzburg und Traunstein ebenfalls bei circa 30 Kilometern!

Landkreis Traunstein hat mehr Einwohner als die Landeshauptstadt Salzburg

Der Landkreis Traunstein in Oberbayern beheimatet mehr Einwohner (175.431 im Jahr 2016) als die Landeshauptstadt Salzburg (154.820 am 1.1.2018) und liegt aber im unmittelbaren Einzugsbereich zu Salzburg, auch wenn die Pendlerströme mehr Richtung München tendieren. Die schöne Stadt Traunstein und vor allem der Industriestandort Traunreut (erst nach dem 2.Weltkrieg gewachsen), sind den Salzburgern sehr wenig bekannt, was allerdings schade ist, weil zusammen mit u.a. Traunstein, Waging und Ruhpolding ermöglicht diese Region viele lohnenswerte Ausflugsziele.

Die Strecke der S9 aus dem Landkreis Traunstein Richtung Salzburg

Auf dieser Bahnstrecke wurden einige wichtige Haltestellen auf der Verbindung Freilassing und Traunstein sinnlos aufgelassen, wie Lauter, Rückstetten und Niederstraß. Sie wären heute genauso wichtig wie zum Zeitpunkt deren Zerstörung. Diese Haltestellen sind, im Rahmen des S-Bahn-Ausbaues wieder zu errichten!
Analog der Mattigtalbahn (siehe dort) die ebenfalls, weil nicht elektrifiziert, leidet v.a. die Dieselstrecke Traunstein -Traunreut bzw. Garching, unter den beschleunigungsschwachen Dieseltriebwagen der Reihe 628.4. Dort wartet die Strecke ebenfalls auf eine Bestandsertüchtigung mit Elektrifizierung. Neben der Wiederinbetriebnahme der Haltestelle „Bad Empfing“ machen die neuen zusätzlichen Haltestellen „Aiging“ und „Herbsdorf-Litzlwalchen“ Sinn. Mit elektrischen Regionalstadtbahn-Triebwagen werden die zusätzlichen Haltestellen mit der besseren Beschleunigung kompensiert.

Stadtbahn Traunreut

Die Stichstrecke nach Traunreut zweigt ab Hörpolding von der Bahnlinie Traunstein-Garching-Mühldorf/Inn ab. Obwohl in Traunreut eine Anschlußbahn zum Bosch- bzw. Siemenswerk existiert, die mitten durch Traunreut führt, wird diese Strecke derzeit für den Personenverkehr nicht genützt. Mit einer Bestandsertüchtigung inklusive Elektrifizierung zur S9 werden die Haltestellen „Traunreut-Kulturama“, „Traunring“, und „Traunreut-Stadtbad“ neu errichtet. Bis zur Haltestelle „Traunreut-Stadtbad“ ist die Mitfahrt für alle Fahrgäste möglich. Ab dort Richtung Siemenswerk dürfen nur mehr Werksangehörige mit Dienstausweis weiterfahren. Dies wird vom Werkschutz kontrolliert. Eine gleichgeartete Regelung gibt es im Kernforschungszentrum Karlsruhe. Die s9 wird, nach Bestandsertüchtigung bis Traunreut, zu einem wichtigen Hauptverkehrsast, durch die Salzburger Innenstadt bis Golling bzw. Pass Lueg.

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