REX, der Eilzug im Netz

Schon immer wollten Fahrgäste der Eisenbahnen möglichst rasch an ihr Ziel kommen. Wenn jemand über längere Strecken fährt, findet er das Anhalten an jeder Haltestelle als unattraktiv, ja unangenehm. So wurden sehr bald unterschiedlich schnelle Zuggattungen eingeführt. Die Züge im Fernverkehr, zwischen den Großstädten, hießen am Anfang „D-Züge“, was für „durchgehend“ stand. Heute entspricht das den IC-Zügen (InterCity) oder RailJet. Die Züge, die an allen Haltestellen hielten hießen „Personenzüge“, die den Nahverkehr abdeckten und später „Regionalzüge“ genannt wurden.

4_2_9_REX_Grafik_AGRE_RFuchs

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Zwischen Fernverkehr und Regionalzügen gab es die „Eilzüge“, die nicht an allen Haltestellen hielten, aber regel­mä­ßi­ge Halte an größeren Orten einlegten. Diese „Eilzüge“ sind heute als „Regional-Express“ oder „REX-Züge“ bekannt, manchmal auch als „Sprinter“, wie bei der Regionalstadtbahn Karlsruhe. Um dem subjektiven Fahrgast­emp­finden der Beschleunigung zu entsprechen, kann es auch Kombinationen zwischen Regionalzügen und REX-Zügen geben und sind so auch sinnvoll.

Weil die Diskussion um den Regionalstadtbahn-Innenstadttunnel die anderen Bereiche aus dem Blickwinkel ge­drängt hat, ist im S-Bahn-Netz, zu Unrecht, der Regional-Express-Verkehr, der REX, wenig beachtet geblieben. Der Grund darin mag in der Tatsache begründet sein, dass es ihn eigentlich schon gibt und dafür keine baulichen Maß­nahmen auf den bestehenden Strecken notwendig sind. Die REX-Verkehre werden in Kombination mit der Re­gio­nalstadtbahn die Eilzug-Funktion innerhalb des Regionalstadtbahn-Netzes erfüllen, aber über 30 Kilometer hin­aus, die Bedienung aller Haltestellen übernehmen.

Da wird ein REX-Zug von Saalfelden über Zell am See, wie heute auch schon, bis Golling alle Haltestellen bedienen und dann nur mehr an den Umsteigeknoten Hallein, Salzburg Süd und Salzburg Gnigl, am Weg zum Salzburger Haupt­bahnhof halten. Dasselbe gilt auch für den REX ab Attnang-Puchheim, mit Halt an allen Haltestellen, bis Steindorf/­Straß­walchen und dann mit dem ein­zigen weiteren Zwischenhalt Seekirchen/Wallersee in Richtung Salzburg. Das Prin­zip ist leicht erklärt. Ein REX-Zug fährt aus der Region bis zum Beginn des Regionalstadtbahn-Netzes, um Richtung Landeshauptstadt, mit weni­gen Halten zu beschleunigen. Steigt man an den Umsteigeknoten auf die Regionalstadtbahn Richtung Salzburger In­nen­stadt um, hat man dann die Möglichkeit, alle Haltestellen, ob mit Regionalstadtbahn oder REX, zu erreichen.

CityJet, Talent & Co.

Die Fahrzeuge für den REX-Verkehr sind vollwertige elektrische Eisenbahn-Triebwagen der Fahrzeugfamilien Talent und CityJet. Der Vorteil beim REX-Verkehr ist, dass er teilweise schon besteht, keine baulichen Maßnahmen zu­sätz­lich benötigt und sich bereits in der laufenden Fahrzeugbeschaffung befindet.

Mit der Realisierung des Regionalstadtbahn-Netzes und den Regionalstadtbahn-Triebwagen muss der REX ledig­lich an den Umsteigeknoten zum Regionalstadtbahn-Netz fahrplanmäßig angepasst werden. Der REX ist die per­fek­te, flinke Verbindung Richtung Landeshauptstadt und die ideale Ergänzung zur Regionalstadtbahn. Mit Aus­nah­me der REX/LEX-Züge der Salzburger Lokalbahn, die jetzt schon mit Stadtbahnfahrzeugen betrieben werden, ist es den REX-Zügen, mit den Fahrzeugfamilien Talent und CityJet, aufgrund des größeren Lichtraumprofiles und dem reinen Wechselstrombetrieb nicht möglich, in den Regionalstadtbahn-Innenstadttunnel hineinzufahren.

REX und Regionalstadtbahn ergeben eine ideale Ergänzung zueinander und ermöglichen es dem Fahrgast, je­den Punkt entlang der Schienenstrecken, in einer attraktiven Fahrzeit und ohne Auto, zu erreichen.

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