Park & Ride – ein Konzept, ein System

Das „unbekannte Wesen“ „Park & Ride“ (P+R) ist in aller Munde und die Medien preisen das als alleiniges Allerheilmittel an. Nun weiß man spätestens nach dem Kollabieren des “Verkehrssystems Straße“, dass ein Verkehrssystem alleine nicht in der Lage ist, die Mobilität sicherzustellen, beziehungsweise die großen Mengen an Menschen zu bewegen. Dasselbe gilt auch für das sogenannte „System Park & Ride“, was selbst allein gestellt gar kein System ist, sondern das Zusammenspiel mehrerer Verkehrssysteme.

Alle reden von P+R, doch kaum einer weiß, was das ist

P+R ist die Wegekette Straßenverkehr mit Bahn über die Schnittstelle „Parkplatz am Bahnhof“! Alles andere funktioniert nicht, was vielfach tagtäglich bewiesene Praxis zeigt. Der Grund ist ganz einfach erklärt. Ein Bus, der genauso im STAU auf dem Weg Richtung Ballungszentrum steht, als man selbst im eigenen Pkw, ist nicht die geringste Alternative. Die Bahn kommt mit dem STAU gar nicht in Berührung und fährt logischerweise daran vorbei, ist also schneller. Somit wird das „System Bus“ auf der Straße von den Autofahrern auch nicht angenommen und damit funktioniert P+R mit Bussen einfach nicht. Zudem überwindet die S-Bahn mit Regionalstadtbahn-Fahrzeugen die Distanzen mit wesentlich schnelleren Fahrzeiten.

Park & Ride bedeutet also, dass jemand mit dem Auto, dem Rad, mit eBikes, eScooter etc. zum Bahnhof fährt, sein Fahrzeug dort parkt und mit der Bahn an sein Ziel fährt. Dazu kommt noch, wenn Freunde oder Familienangehörige jemand mit dem Auto zum Bahnhof fahren, der dann in den Zug umsteigt und weiter fährt. Das ist unter „Kiss & Ride“ bekannt.

Viele kleine Parkplätze ersetzen ein großes Parkhaus

Es macht wenig Sinn, ein großes Parkhaus, das irgendwann ohnehin wieder überfüllt ist, zu bauen. Um dort überhaupt hin zu gelangen, produziert der Pkw-Verkehr wieder STAU und zwar in den heute schon belasteten Umlandgemeinden, wie Eugendorf. Es kommen die Pendler ohnehin nicht alle von einem einzigen Ort. Sie sollen zu ihrem nächstgelegenen Bahnhof fahren und dort ihr Fahrzeug, bis zur Rückfahrt, abstellen. 100 kleine P+R-Parkplätze mit circa 30 Stellplätzen sind wesentlich effizienter, als ein Parkhaus mit 3.000. Diese „100 Parkplätze“ sind wesentlich sinnvoller, als ein teures Parkhaus am Stadtrand, weil sie ja gleichmäßig im gesamten Verkehrsraum verteilt sind und keine Straßen belasten.

P+R-Anlagen und die Elektromobilität

Die Kernkompetenz der „Elektro-Mobilität“ liegt bekanntlich beim Schienenverkehr. Wie eine P+R-Anlage am Bahnhof ausschauen kann, zeigt die Grafik vom vorgeschlagenen Beispiel „Bahnhof Friedburg“. Für Fahrgäste, die mit dem Auto gebracht werden oder mit dem Bus ankommen, gibt es Bussteige und Kiss & Ride-Spur. Die meisten Parkplätze für Autos und Zweiräder haben Elektroladestationen. Wie die Salzburger Lokalbahn, seit vielen Jahren, zeigt, besteht der Großteil der P+R-Fahrer aus Radfahrern. Dafür müssen meist mindestens 50 Fahrradständer und absperrbare Radboxen am Bahnhof vorgesehen werden!

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