Obus – gelebte Elektromobilität -Außenring

 

Der Salzburger Obus ist seit fast 80 Jahren seiner Zeit voraus. Ferdinand Porsche erfand vor 120 Jahren den elektrischen Radnabenmotor für Obusse (Trolleybusse). Während seine automobilen Nachfahren schön langsam die Elektromobilität für den Straßenverkehr entdecken, ist der Obus seit Jahrzehnten längst täglich gelebte Realität der Elektromobilität.

Stadtpolitik hat bei der Bestellung die Leistungen gedeckelt

Die Stadt Salzburg hat 1998 die bestellte gefahrene Kilometerleistung beim Salzburger Obus gedeckelt. Obwohl die Nachfrage, aufgrund der ungelösten Stauproblematik, langsam aber stetig ansteigt, ist seit damals das von der Stadt bestellte Angebot gleichgeblieben. Das hat dazu geführt, dass bei jeder vermeintlichen Angebotsverbesserung das Basisangebot in Summe verschlechtert wurde.

Längst müsste es auf allen Linien durchgängig eine 10-Minuten-Takt geben. Auch wenn die Regionalstadtbahn im Tunnel die Menschen durch die Innenstadtachse befördert, ist es notwendig, das Obusnetz als flächendeckendes innerstädtisches Netz auszubauen. Für die stark frequentierten Durchmesserlinien 4 und 7 werden Doppelgelenk-Obusse benötigt. Die Linie 3, die mit dem Regionalstadtbahn-Innenstadttunnel neu organisiert werden wird, benötigt die Doppelgelenk-Obusse im Stadtbahn-Vorlaufbetrieb.

Fehlende Lücken im Obusnetz schließen

Dass es noch Lücken im Obusnetz gibt, zeigte im Sommer 2017 die Diskussion um eine Buslinie zum Leopoldskroner-Bad. Der Salzburger Obus hat gezeigt, dass ein ausgebautes Fahrleitungsnetz einen flexiblen Betrieb auch im Störungsfall gewährleisten kann.

Es fällt auf, dass die Fahrleitung, oder „Oberleitung“, nur dort stört, wo man lieber Autos, anstelle des ÖPNV will. Die UNESCO-Welterbe-Kommission hat die Obus Fahrleitung jedenfalls nicht gestört. Im Gegenteil wurde in der Begründung für das „Weltkulturerbe Salzburg“ der umweltfreundliche abgasfreie Obus lobend erwähnt. Millionen von Postkarten mit dem Blick auf die Staatsbrücke wurden in die Welt verschickt, ohne dass es irgendjemand gestört hätte, dass da eine Obusfahrleitung im Bild wäre.

Zwei neue Linien als Außenring

Die Idee ist, dass das bestehende Obusnetz mit den fehlenden Teilstrecken ergänzt wird. Dabei wird ausgehend vom Messegelände jeweils eine Nordlinie über Schallmoos und eine Südlinie über Leopoldskron zum Unipark in Nonntal geführt. Dabei werden alle S-Bahn-Linien in der Stadt Salzburg ans Obusnetz angeschlossen. Die Regionalstadtbahn-Station Nonntal wird damit zum Umsteigeknoten zum innerstädtischen Obusnetz.

Südlinie 11 Messe – General-Keyes-Straße – Guggenmoosstraße – Maxglan – Leopoldskron - Nonntal

Die Südlinie 11 führt vom Messegelände über die General-Keyes-Straße und Guggenmoosstraße nach Maxglan. Von dort geht es über die Leopoldskronerallee, vorbei beim Bad und, im Einbahnring gegenläufig, über die Sinnhubstraße zum Seniorenheim Nonntal. Die Strecke bis zum Uni-Park führt gemeinsam mit der Linie 5.

Nordlinie 13 Messe – Münchner-Bundesstraße – Ignaz-Harrerstraße – St.Julien-Straße – Schallmoos – Parsch – Volksgarten - Nonntal

Die Nordlinie 13 führt von der Messe über die Achse Münchner-Bundesstraße – Ignaz-Harrer-Straße – St.Julienstraße - Gabelsbergerstraße – Sterneckstraße bis zur Eichstraßenbrücke. Von dort wird die Schule Parsch angebunden. Mit einem Funkschranken, der nur vom Obus betätigt werden kann, wird die Linie 13 mit der Linie 6 verbunden und über die Karolinenbrücke zum Uni-Park geführt.

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