neue Haltestellen, Startstellen für Pendler, Rezeption für Gäste

Haltestellen sind Eingangstore zum ÖPNV, sei es als Bahnhöfe mit Park & Ride-Anlagen oder als attraktive Bushaltestellen, die zum Mitfahren einladen. Sie sind die Visitkarten des ÖPNV und entscheiden über die Verkehrsmittelwahl. Hier entscheidet ganz stark das persönliche subjektive Empfinden des jeweiligen einzelnen Fahrgastes. Wenn irgendwo ein Haltestellenlöffel einsam und witterungsausgesetzt in der Gegend steckt oder ein versifftes Graffitiklo als Haltestellenhäuschen wartet, kann man sich sicher sein, dass hier nur Leute mitfahren die sonst keine andere Möglichkeit der Fortbewegung haben.

So etwas hat mit modernem Nahverkehr nicht das Geringste zu tun. Haltestellen sollten „Startstellen“ für Pendler sein, die sich dort und mit dem Verkehrsmittel wohl fühlen. Für Tourismusgäste sind Bushaltestellen und Bahnhöfe die „Rezeptionen“ beim Besuch der jeweiligen Gemeinden. Wie so oft im Leben wirkt der erste Eindruck und die Gäste haben sofort eine Vorstellung, wie willkommen sie in den Gemeinden sind. Oftmals ist der gewonnene Eindruck auch richtig, wenn das meist auch nicht gewollt ist. Das müssten sich die Politiker immer bewusst sein!

4_3_6_Gunter_Mackinger_Lokalbahn_Bahnhof_Weitwoerth-Nußdorf

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Da ist es schon ein großer Unterschied, ob sie in einem Bahnhof auf einen zugenagelten Fahrkartenschalter treffen oder ob sie dort, neben den Fahrkarten und Informationen über den Ort, auch einen Kaffee mit Croissant bekommen. Haltestellen und Bahnhöfe mit Blumenschmuck strahlen gleich ein ganz anderes Ambiente aus. Bei der Architektur der Bahnstationen der S-Bahn Salzburg hat das Architektenteam „Halle1“ mit dem Bahnsteigdach in Form eines Schis, im Vorfeld zur Olympiabewerbung, ein markantes Erscheinungsbild geschaffen. Eine spezielle Service-Leistung kann es in der Regionalstadtbahn-Station „Festung Hohensalzburg“ geben, in der die Anreise auch für Festspielgäste mit dem ÖPNV möglich wird, weil es in dieser Station Umkleidekabinen mit Kleideraufbewahrung und die Möglichkeit zum Frischmachen gibt.

Regionalstadtbahn ermöglicht Haltestellenabstände bis 300 Meter

Bei den Schienenbahnen ist das Sprintverhalten der Nahverkehrs-Triebwagen entscheidend für den Fahrplan und die Haltestellenabstände. Mit 1,1 – 1,2 m/sec² Beschleunigung können moderne Regionalstadtbahn-Triebwagen derart rasch anfahren und abbremsen, dass 300 Meter Haltestellenabstände kein Problem darstellen. Mit diesen Eckdaten wird eine durchschnittliche Reisegeschwindigkeit von 42 km/h, bei teilweise 60 km/h Höchstgeschwindigkeit, erreicht, wie heute schon bei der Salzburger Lokalbahn oder der Wiener U-Bahn. Allein durch die Fahrzeugwahl können damit Fahrzeiten erheblich verkürzt werden. Das „Lastenheft TramTrain Alpin“ stellt eine Fahrzeugfamilie solcher sprintschnellen Triebwagen vor.

Haltestellen jederzeit realisierbar, unabhängig vom Regionalstadtbahn-Innenstadttunnel

Haltestellen für Linienbusse und Bahnen, zusätzliche Bahnhöfe und selbst die Aktivierung bestehender Bahnstrecken, wie die Stieglbahn und „Stadtbahn Braunau“, sind jederzeit realisierbar, völlig unabhängig vom Innenstadttunnel der Regionalstadtbahn in der Landeshauptstadt Salzburg. Bei den jeweiligen Bestandsertüchtigungen bestehender Bahnen und bei der Errichtung von Neubaustrecken, wie die „S5 Neue Ischlerbahn“, hilft jede neue moderne Haltestelle das Stauchaos in der Stadt und im Umland zu verringern.

Jedes Auto, das an einer Park & Ride – Anlage, der „Startstelle in der Region“ abgestellt ist, dort vielleicht an der Elektroladestation aufgeladen wird, steht nicht in der Stadt im Stau und blockiert nicht die Parkplätze über den Tag. Ehepartner in der Region können per Kiss & Ride mit dem Auto weiter zum Einkauf fahren und den Stau umgehen.

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