Mattigtalbahn, die Verkehrsachse aus Oberösterreich

Das Mattigtal ist eine lebenswerte weitgehend ländliche Region in Oberösterreich, die verkehrsmäßig im Ein­zugsbereich Zentralraum Salzburg liegt. Für automobilfixierte rückwärtsorientierte und stra­ßen­bau­wü­ti­ge Verkehrsplaner ist das Mattigtal eine Gegend, in die man rücksichtslos eine Autobahnachse Berlin – Ad­ria bauen könnte. Man „könnte“ das, wenn es keine vernunftbegabten Bürger gäbe, die ihren Lebens­raum schützen und den unnötigen internationalen Straßentransit verhindern wollen. Diese Bürger haben sich im Verein „Lebenswertes Mattigtal“ zusammengefunden, um den Transitwahnsinn zu verhindern, aber gleich­zeitig die Mobilität für die Bewohner des Bezirkes Braunau am Inn, speziell des Mattigtales, zu ver­bes­sern.

Da liegt es nahe, die Bestehende Bahnlinie Steindorf-Braunau-Simbach in das S-Bahn-Netz Salzburg zu inte­grie­ren. Die im Verein „Lebenswertes Mattigtal“ beheimatete „ARGE Mattigtalbahn“ setzt sich für die Be­stands­ertüchtigung und die Elektrifizierung der Mattigtalbahn ein. Diese aus Oberösterreich kommende Ver­kehrsachse ist, auf österreichischer Seite, die einzige noch nicht elektrifizierte bestehende Bahnlinie in der Region Zentralraum Salzburg. Mit dem Ausbau der Mattigtalbahn und der Einbindung in den Innen­stadt­tunnel in Salzburg, kann man mit Regionalstadtbahn-Fahrzeugen die Strecke von Braunau bis zur Fes­tung Hohensalzburg, im Minimum, um 20 Minuten schneller bewältigen, als mit der Bahn heute. Mit der Um­gehung des täglichen STAUS im Bereich der B1 in Eugendorf, ist man dann auch schneller, als es mit dem ei­genen Pkw möglich ist.

Bestandsertüchtigung und Elektrifizierung der Strecke Steindorf – Braunau - Simbach

Glücklicherweise wurden die meisten Haltepunkte der Mattigtalbahn in den letzten Jahren auf 55-Zenti-me­ter-Hochbahnsteige ausgebaut. Es fehlen dazu noch die Bahnhöfe. Wie Bahnhöfe im Regionalstadtbahn-Netz Karlsruhe zeigen, ist es auf Regionalbahnstrecken nicht notwendig, Fußgängerunterführungen zu Bahn­­­steigen zu bauen. Auf Betreiben der ARGE Mattigtalbahn und des KTM-Werkes wurde die Hal­te­stelle „Schalchen-Stallhofen“ neu errichtet.

4_2_12_Haltestelle_Schalchen-Stallhofen

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Mit den sprintschnellen Regionalstadtbahn-Triebwagen ist es möglich, neue Haltestellen, wie Schalchen – Römerfeld, neu zu errichten und gleichzeitig nicht die Fahrzeit zu erhöhen.

Kernstück der Ausbaumaßnahmen der Mattigtalbahn ist die Elektrifizierung, um mit elektrischen Zügen schneller fahren zu können. Ein glücklicher Zufall ist, dass sowohl am Anfang in Steindorf, als auch in Braunau Strom-Einspeisungsmöglichkeiten bestehen. Das Umspannwerk St. Peter am Hart bei Braunau liegt unmittelbar in der Nähe der Mattigtalbahn und kann die Bahn mit Strom versorgen. Das Unterwerk Steindorf bei Straßwalchen ist eine der wichtigsten Transformerstationen im österreichischen Netz der Bahnstromversorgung. Im Bahnhof Steindorf sind bereits jetzt sämtliche Gleise mit elektrischen Fahrleitungen überspannt, mit Ausnahme der Abzweigstrecke der Mattigtalbahn, obwohl die Einspeisung über das Schaltgerüst bereits dafür vorbereitet ist. Damit fallen für die Bereitstellung der Stromversorgung, in Form von neu zu errichtenden Unterwerken, die Investitionskosten weg. 

Stadtbahn Braunau

Eine Riesenchance ermöglicht die Anschlussbahn Ranshofen, mitten im Stadtgebiet von Braunau. Diese führt in Braunau mitten im Stadtgebiet entlang der Siedlung Laab, dem industrie- und Gewerbepark beim Einkaufszentrum „Innpark“ bis zum Aluminiumwerk Ranshofen. Diese Strecke, die derzeit nur für Güterzüge benützt wird, könnte in das Regionalstadtbahn-Netz integriert und für den Personenverkehr geöffnet werden. Damit wäre auch ein innerstädtischer SPNV (Schienen-Personen-Nahverkehr) in Braunau möglich. Der Endbahnhof „Ranshofen-Aluwerk-Haupttor“ ist eine kombinierte Bahnhofshalle, die in den betriebsfreien Zeiten auch als Wagenabstellhalle dient.

4_2_12_Gleisplan_Mattigtalbahn

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Das Konzept der ARGE Mattigtalbahn

Zusammen mit dem Verein S-Bahn (heute „Die Rote Elektrische“) hat die ARGE Mattigtalbahn, mit internationaler Expertenunterstützung, ein Konzept und einer detaillierten Kostenaufstellung [Übersichtstabelle] für die Bestandsertüchtigung und die Elektrifizierung erarbeitet. Im Gleisplan sind die Maßnahmen im Detail ersichtlich.  Die noch nicht elektrifizierte Mattigtalbahn wird mit Regionalstadtbahn-Zügen im Flügelkonzept zum siebenten leistungsfähigen Schienenkorridor, aus Oberösterreich kommend, im Regionalstadtbahn-Netz Richtung Salzburg.

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