Lebensraum für 1,5 Millionen Einwohner – Zentralraum Salzburg

Lebensraum für 1,5 Millionen Foto:Pressefoto ÖBB

Landeshauptstädte, wie z.B. Graz, liegen geografisch ziemlich in der Mitte des Bundeslandes, hier die Steiermark. Der Einzugsbereich der Pendler, die in ihrer Landeshauptstadt arbeiten, umfasst in der Regel rund 50 bis 70 Kilometer, je nach Leistungsfähigkeit der Verkehrsinfrastruktur und damit in der Erreichbarkeit innerhalb einer Stunde. Am Beispiel Steiermark sieht man, dass sich der Pendlereinzugsbereich weitestgehend auf dem Gebiet des Bundeslandes befindet. Damit ist es völlig klar, dass für den Ausbau des Schienen-Personen-Nahverkehrs (SPNV) das Bundesland zuständig ist und von der Planung bis zur Umsetzung alle Kompetenzen und die organisatorischen Fäden in einer Hand hat.

In Salzburg ist das völlig anders

Die Landeshauptstadt Salzburg liegt dezentral im Norden des Bundeslandes und die Stadtgrenze zum bayerischen Freilassing ist gleichzeitig die Staatsgrenze zwischen Österreich und Deutschland. Der Zentralraum Salzburg, 50-70 Kilometer um die Landeshauptstadt, befindet sich zu je einem Drittel im Bundesland Salzburg, im angrenzendem Oberösterreich und im angrenzenden Südostoberbayern in Süden Deutschlands. Die Pendlerströme und, in Salzburg wichtig, die Tourismusströme, kennen keine Landes- und Staatsgrenzen, wie sie besonders alljährlich am 3. Oktober, am Tag der Deutschen Einheit, in Form von unerträglichen Stauereignissen erkennbar und, für Salzburgs Bürger, erleidbar sind.

 

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Einwohnerkarte Region Salzburg 2016

Die Landeshauptstadt Salzburg beheimatet mit 154.097 (Stand 1.Juni 2017) gerade einmal 10 Prozent aller Einwohner im Lebensraum von rund 1,5 Millionen Einwohner (Zentralraum und Inner Gebirg). So hat z.B. der bayerische Landkreis Traunstein mit 174.162 (Stand 31. Dez. 2015) mehr Einwohner, als die Landeshauptstadt Salzburg.

Mit diesem geografischen und demografischen Gegebenheiten tritt ein spezielles Problem zutage, das die Entscheidungsfindung für Ausbaumaßnahmen des öffentlichen Verkehrs massiv erschwert. Es sind die politischen Kompetenzen und Gesetze, die eine einheitliche Lösung schwierig bis unmöglich machen. Gesetzliche Grundlagen für den SPNV-Ausbau in Deutschland sind weitgehend anders als in Österreich. Um all diese auf einen Nenner zu bringen, sind politische Verhandlungen notwendig um ein auf allen Seiten akzeptiertes Verkehrskonzept Realität werden zu lassen.

Mit der ERB-Machbarkeitsstudie, besonders bei den Korridoruntersuchungen, wurde zumindest auf planerischer Ebene der Weg in die richtige Richtung eingeschlagen. Nun muss nur noch das Land Salzburg die Initiative ergreifen und zusammen mit den politischen Gremien in den bayerischen Landkreisen, dem Freistaat Bayern, dem Land Oberösterreich,den Gemeinden im Umland und der Landeshauptstadt Salzburg selbst, das Projekt Regionalstadtbahn Salzburg Wirklichkeit werden lassen.

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