Elektrifizierung bestehender Strecken

Der Großteil der Schienenstrecken im Zentralraum Salzburg ist seit vielen Jahren elektrifiziert. Dabei sind die Strecken der Staatseisenbahnen ÖBB und DB-Netz mit 15.000 V 16 2/3Hz Wechselstrom elektrifiziert. Die Salzburger Lokalbahn hat 1.000 V Gleichstrom in der Fahrleitung. Sieht man von den Schmalspurbahnen Pinzgaubahn und Murtalbahn ab, gibt es im österreichischen Normalspur-Eisenbahnnetz im Zentralraum Salzburg nur die Bahnlinie Steindorf/Straßwalchen bis Braunau/Inn bzw. Simbach/Inn, die noch nicht elektrifiziert ist. Diese Bahn, die oberösterreichische „Mattigtalbahn“, ist in den Pendlerströmen im Zentralraum Salzburg die siebte fahrgaststarke Zulaufstrecke auf die Landeshauptstadt Salzburg und wird unter „Bestandsertüchtigung Mattigtalbahn“ extra erklärt.

ABS 38 Ausbaustrecke Mühldorf/Inn – Freilassing - Salzburg

Somit liegt der Elektrifizierungsschwerpunkt im bayerischen Teil des Zentralraumes Salzburg, in Südost-oberbayern. Der wichtigste Teil ist eine, in Zukunft wichtige, internationale Fernverkehrs-Eisenbahnverbin-dung, die Ausbaustrecke 38 (ABS38) zwischen Mühldorf/Inn und Freilassing. Diese Bahnlinie zwischen München – Mühldorf/Inn – Freilassing und Salzburg ist die kürzeste Bahnverbindung zwischen München und Salzburg. Sie ist, aus diesem Grund, eine der fehlenden Teile der „Magistale für Europa“ zwischen Paris und Budapest. Die Strecke zwischen Mühldorf/Inn und Freilassing muss zu diesem Zweck zweigleisig ausgebaut und mit Wechselstrom elektrifiziert werden. Diese Ausbaumaßnahme ist gleichzeitig die Bestandsertüchtigung für den Regionalstadtbahn-Betrieb. Dazu müssen allerdings einige Haltestellen, wie „Surheim“, für den SPNV neu gebaut werden. Fahrplanmäßig muss mit der Bestandsertüchtigung der ABS 38, neben dem „Mühldorfer Stern“, auch der „Freilassinger Stern“ eingerichtet werden. Aufgrund der vielen RailJet-Züge im Fernverkehr von Salzburg nach Innsbruck und München, ist das eine ambitionierte Aufgabe.

Die Strecke Traunstein – Bad Empfing – Hörpolding – Traunreut – Traunreut-Siemenswerk

Die Strecke Traunstein – Bad Empfing – Hörpolding – Traunreut – Traunreut-Siemenswerk ist eine sehr wichtige SPNV-Linie mit relativ starker Besiedelung und vielen Betriebsstandorten. Daher bietet sich die Integration dieser Linie ins Regionalstadtbahn-Netz, mit der S9, an und gibt der Elektrifizierung der Strecke großen Sinn. Über die Bestandsertüchtigung und Verlängerung bis Traunreut-Stadtbad bzw. Siemenswerk ist im Kapitel „Streckenverlängerungen und Bestandsertüchtigung“ mehr zu lesen.

Strecke Traunstein – Hufschlag – Waging

Um das System Trennen & Vereinigen in Traunstein, mit den Strecken Ruhpolding – Traunstein (elektrifi-ziert) und Waging/See – Traunstein möglich zu machen, muss letztere von Hufschlag, bei der Abzweigung Traunstein – Salzburg, nach Waging ebenfalls elektrifiziert werden. Diese Strecke hat auch touristische Bedeutung.

Inntalbahn Mühldorf/Inn – Simbach/Inn (- Braunau), bzw., Tüßling - Burghausen

Mit der Elektrifizierung der ABS 38 und der Mattigtalbahn Simbach – Braunau – Steindorf/Straßwalchen ist es nur logisch, die Bahnlinie Mühldorf nach Simbach über den Papstgeburtsort Marktl ebenfalls zu elektrifizieren und für den Regionalstadtbahn-Verkehr zu adaptieren. Mit der Strecke Tüßling – Burghausen über Altötting ist die Elektrifizierung im Regionalstadtbahn-Netz im Zentralraum Salzburg abgeschlossen und die Elektro-Mobilität ein Stück weit mehr Realität!

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