Eisenbahnen auf Staatsbahn-Gleisen

Es ist 157 Jahre her, als sich die gekrönten Häupter aus Österreich und Bayern am Salzburger Hauptbahnhof einfanden, um mit der Fertigstellung auch der Kaiserin-Elisabeth-Westbahn und Königlich-Bayerischen Maximiliansbahn die Eröffnung zu feiern. Damit war Salzburg „an die Welt angeschlossen“.

Carl Freiherr von Schwarz, der auch die Salzachregulierung in der Stadt durchführte, war maßgeblich am Bau der Kaiserin-Elisabeth-Westbahn beteiligt und errichtete die wichtigste Eisenbahnverbindung innerhalb des heutigen Österreich. Die Kaiserin Elisabeth selbst hatte größtes Interesse an einer Bahnverbindung zwischen Wien und ihrer Heimat Possenhofen in Bayern. Während in der Stadt Salzburg mit der „Roten Elektrischen“ und zwischen Freilassing und Berchtesgaden längst die Elektromobilität Einzug gehalten hast, war noch lange die Dampflokomotive die Domäne des Eisenbahnwesens auf den Hauptstrecken der Staatsbahnen zwischen Wien und München, über Salzburg. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg kam die durchgehende Elektrifizierung.

Elektromobilität auf den Bahnen in den Alpen

Heute sind die Staatsbahnstrecken von Attnang und Bischofshofen, beides klassische Eisenbahnerge­mein­den, sowie von Rosenheim nach Salzburg die wichtigsten Hauptverkehrsachsen zur Erreichbarkeit der Landeshauptstadt Salzburg.

Die S-Bahn Salzburg und erst das Fallen der strengen Staatsgrenzen, mit dem EU-Beitritt Österreichs, machte es möglich, einen grenzüberschreitenden Nahverkehr auf der Schiene zwischen Salzburg und den angrenzenden bayerischen Landkreisen durchzuführen. Was 1997 mit der Verkehrsverbunderweiterung zwischen dem Landkreis Berchtesgadenerland und dem Land Salzburg auf Tarifebene möglich wurde, fehlt in der Verkehrsplanung völlig, nämlich eine zielorientierte Ausweitung aller Strecken zu einem einheitlichen S-Bahn-Netz für Regionalstadtbahn-Züge.

Die Eisenbahn-Verkehrsunternehmen auf den Staatsbahn-Gleisen

Heute betreiben drei Eisenbahn-Verkehrsunternehmen EVU Schienen-Personennahverkehr SPNV auf den drei bayerischen Eisenbahnachsen, nämlich die Berchtesgadener Land Bahn BLB Freilassing – Berchtesgaden, Meridian München – Salzburg und die Südostbayernbahn, eine Tochter der DB-Regio, zwischen Mühldorf – Freilassing – Salzburg. Auf der österreichischen Seite fährt auf den Staatsbahnstrecken die ÖBB alleine, obwohl die WESTbahn Interesse am Nahverkehr in Salzburg zeigt.

Fahrzeuge auf den bayerischen Strecken

Die Südostbayernbahn setzt auf den Strecken Mühldorf – Freilassing - Salzburg, Traunstein – Traunreut und Traunstein – Waging Dieseltriebwagen ein. Lediglich die Bahnstrecke Ruhpolding – Traunstein wird mit elektrischen Triebwagen befahren. Das Transdev-Unternehmen Meridian (Bayerische Oberlandbahn) setzt Elektrotriebwagen ein, ebenso die BLB Berchtesgadener Land Bahn zwischen Berchtesgaden und Freilassing – Salzburg bzw. Golling.

Fahrzeuge der ÖBB

Die ÖBB führt die Züge der Mattigtalbahn Simbach bzw. Braunau - Steindorf bis Salzburg Taxham Europark dieselbetrieben. Auf der Strecke Attnang – Salzburg, bzw. Saalfelden – Bischofshofen – Salzburg kommen lokbespannte Züge, der sogenannte „CityShuttle“, Talent-Treibwagen und auch neue CityJet-Triebwagen der Reihen 4744 und 4746 zum Einsatz. Leider werden noch keine Regionalstadtbahn-Triebwagen, die für den Mischbetrieb im Innenstadttunnel notwendig sind, eingesetzt. Die Politik muss sich bei der Beschaffung der nächsten Fahrzeuggeneration auf die zukünftigen Regionalstadtbahn-Triebwagen beschränken!

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