Der Bus in Stadt und Land erobert die Fläche

Bereits 1928, also vor 90 Jahren, hat die Salzburger Lokalbahn, damals SETG Salzburger Eisenbahn & Tramway Gesellschaft genannt, erkannt, dass es notwendig ist, Buslinien als Zubringer zur Bahn einzurichten. Dazu hat die Lokalbahn damals die „ALBUS – Autobuslinien Betriebsunternehmung Salzburg“ gegründet. Die Albus betrieb eine Reihe innerstädtischer Buslinien und auch ein paar Überlandlinien, unter anderem nach Einstellung der Gaisberg-Zahnradbahn, die Buslinie auf den Gaisberg, die damit heute die älteste durchgehend betriebene Buslinie in Salzburg darstellt.

Die engagierten privaten Busunternehmer Marazeck, Salzkraft und Stadlbauer betrieben im Südwesten der Stadt Salzburg, Moosstraße, Grödig und Hallein, Linienverkehre. Diese Verkehrsunternehmen sind mittlerweile in der heutigen Albus integriert. Nach der Einstellung der „Roten Elektrischen“, der Lokalbahn zwischen St.Leonhard und Berchtesgaden durch Hitlerdeutschland 1938 übernahm die Deutsche Reichspost den Busverkehr. Nachfolgeunternehmen der Reichspost war der RVO Regionalverkehr Oberbayern, heute Oberbayernbus.

Bahn- und Postbus in Salzburg

Auch die Österreichischen Bundesbahnen BBÖ führten Buslinien ein, um Parallelverkehre zu den Bahnen durch Konkurrenzunternehmen zu unterbinden. Das war ab 1928 die Firma Lobeg (Lastwagen- und Omnibus-Betriebs-Gesellschaft m.b.H.), später KÖB (Kraftwagendienst der österreichischen Bundesbahnen), nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges KWD und später „Bahnbus“. 1947 gab es das sogenannte „Linienübereinkommen KWD und Postbus“, in dem geregelt wurde, dass die bahnparallelen Buslinien vom KWD und die Flächenlinien vom Postbus betrieben werden. Weil der Bahnhof ursprünglich „Seekirchen-Mattsee“ hieß, gab es eine KWD-linie zwischen Seekirchen und Mattsee, als Ausnahme zum Linienübereinkommen. Nach der Einstellung der Ischlerbahn betrieb die SKGLB Salzkammergutlokalbahn selbst Buslinien Salzburg -  Bad Ischl bzw. Salzburg – Mondsee, anstelle der Bahn, die später vom Postbus gekauft wurden und heute die beiden fahrgaststärksten Postbuslinien 140 (3010) und 150 (3000) sind.

Anfang 2005 wurden, österreichweit Bahnbus und Postbus zusammengefasst und firmieren heute als „ÖBB Postbus GmbH“. Der „Postbus“ betreibt heute den Großteil aller Regionalbuslinien im österreichischen Teil des Zentralraumes Salzburg. Zusätzlich gibt es noch einige kleine Verkehrsunternehmen, wie Standl-Niederreiter, Fischwenger und Schwab die einzelne Linien betreiben.

Moderner Busverkehr in Salzburg

Die Regionalbuslinien werden, fahrplanmäßig im SVV Salzburger Verkehrsverbund koordiniert. Moderner Busverkehr, wie er heute von allen Verkehrsunternehmen betrieben wird, ist von abgasarmen Fahrzeugen mit Gasbetrieb und Euro-VI-Motoren geprägt. Gepflegte Postersitze, Klimaanlagen und Haltestellen-Anzeigen auf Monitoren im Bus sind heute Standard.

Durch die Koordinierung der Buslinien durch die SVG Salzburger Verkehrsverbund-Gesellschaft werden Linien mit unterschiedlichen Konzessionen zusammengefasst und in der Stadt durchgebunden. Grundidee ist dabei, dass Fahrgäste, die durch Salzburg durchfahren nicht generell am Bahnhof auf einen anderen Bus umsteigen müssen. Andererseits blockieren damit keine Busse mehr den Platz am Busbahnhof während der Betriebspause.

Mit der Regionalstadtbahn im Innenstadttunnel besteht die Möglichkeit Buslinien in der Station „Mirabell“ zu verknüpfen und damit den wenigen Platz am Busbahnhof zu entschärfen. Mit dem ITCS (Intermodal Transport Control System), dem GPS-gestützten Busverfolgungssystem, wird die Pünktlichkeit überprüft und in Zukunft auch die Sicherung der Anschlüsse sicherstellen. Busse mit abgasarmen Verbrennungsmotoren sind die perfekte Ergänzung zum Obus und zur Regionalstadtbahn im Innenstadttunnel. Elektrobusse ohne Oberleitung sind heute noch meilenweit von der Alltagstauglichkeit entfernt.

Kommentare sind geschlossen.