Das Erbe, Wiederherstellung fehlender Bahnen

Salzburg war schon zu Zeiten der Römer ein Verkehrsdrehkreuz zwischen dem Flachland im Norden, dem Alpenvorland und dem Weg über die Tauern in den Süden. Das zeigt bereits die älteste antike Karte von Europa, die „Tabula Peutingeriana“. Dieses Verkehrsdrehkreuz ist vermutlich auch der Grund für den Standort dieser Stadt JUVAVUM, was auch die Positionierung der Festung Hohensalzburg klar zeigt.

Ausschnitt aus der Tabula Peutingeriana

Ausschnitt aus der Tabula Peutingeriana

Der Bau der Kaiserin-Elisabeth-Westbahn, als Verlängerung der Bayerischen Maximiliansbahn (Ulm-Augsburg-München-Salzburg), in West – Ost – Richtung, und die Tauernbahn in Nord-Süd-Richtung von Mühldorf über Salzburg und die Alpen Richtung Triest manifestieren diese Rolle als Verkehrsdrehkreuz. Die Achse Salzburg – Graz war ursprünglich normalspurig über die Kaiserstadt Bad Ischl geplant. Der Erreichbarkeit von Bad Ischl, dem Kaiser Franz-Josef geschuldet, wurde die SKGLB, die Salzkammergutlokalbahn oder „Ischlerbahn“, allerdings als Schmalspurbahn gebaut, was ihr letztendlich zum Verhängnis wurde.

In der Landeshauptstadt Salzburg wurde 1886 die SLB, die „“Salzburger Localbahn“, später SETG (Salzburger Eisenbahn und Tramwaygesellschaft) in den Süden, zuerst bis Hellbrunn 1886 und später bis Berchtesgaden 1908 und Königssee 1909 gebaut. 1896 kommt im Norden die Lokalbahn bis Lamprechtshausen dazu. Als die Hausbeleuchtung noch mit Kerzen und Kienspan, die Straßenbeleuchtung mit Gaslicht erfolgte, wurde damals weitblickend die Salzburger Lokalbahn bereits 1909 elektrisch betrieben, was die beeindruckte Bevölkerung gleich „Rote Elektrische“ benannte!

Das Erbe des Cursus Publicus

Das Erbe des Cursus Publicus

Diese elektrische Bahn „Rote Elektrische“ beflügelte den Tourismus auf der Achse Salzburg – Königssee. Bis 1950 war Salzburg, auf fast allen Korridoren, mit Bahnen erschlossen und machte die Bürger schon damals ohne Auto mobil. In den 1950er-Jahren folgte der damalige Landeshauptmann Dr. Josef Klaus fanatisch der Vision einer „autogerechten Stadt“, die bis heute nicht Realität wurde, und veranlasste 1953 die Zerstörung der Südlinien der „Roten Elektrischen“ der Salzburger Lokalbahn und 1957 der damals bereits weltberühmten „Ischlerbahn“, der Salzkammergutlokalbahn. Dass mit ERP-Krediten, die für die Modernisierung der Ischlerbahn zweckgebunden reserviert waren, das Festspielhaus gebaut wurde, entschuldigt diesen eklatanten verkehrspolitischen Fehler nicht.

Dieser verkehrspolitische Schaden beeinträchtigt das staugefährdete Salzburg bis heute!

Die Wiedererrichtung der Südlinien der „Roten Elektrischen“ und der neuen Ischlerbahn, in Verbindung mit dem Regionalstadtbahn-Innenstadttunnel, muss mittelfristig das verkehrspolitische Ziel sein. Die kurzsichtig und verantwortungslos zerstörten fehlenden Bahnen müssen, als Teil des modernen Regionalstadtbahn-Netzes, wieder errichtet werden.

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