60 Jahre Einstellung der Salzkammergutlokalbahn

60 Jahre SKGLB Einstellung

60 Jahre SKGLB Einstellung

Die SKGLB, die Salzkammergutlokalbahn, eine der wichtigsten Bahnen in Österreich überhaupt, wurde am 30. Sep­­tember 1957 zerstört. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es für den Wiederaufbau den sogenannten „Mar­shall-Plan“, das Wirtschaftsaufbauprogramm European Recovery Program der USA, den „ERP-Kredit“. Es galt, die Infrastruktur zu erneuern bzw. wieder zu errichten. Für die SKGLB, die „Ischlerbahn“, gab es Pläne, diese zu re­novieren und zu elektrifizieren. Dafür wurde ein ERP-Kredit beantragt.

Als der Kredit bewilligt wurde, zweigte der damalige Landeshauptmann Dr. Josef Klaus diese Gelder für den Bau des neuen Salzburger Festspielhauses ab. Für die Salzburger Festspiele war das ein Segen, für die SKGLB war das der Todesstoß! Mehr noch, es war letztendlich, nach der ebenfalls fatalen Zerstörung der Südlinien der Salz­bur­ger Lokalbahnen, der größte verkehrspolitische Fehler, von dem sich die Region, sowie Stadt und Land Salz­burg bis heute nicht erholt haben.

Die SKGLB wurde dem Irrglauben geopfert, dass „das Auto“ und der Straßenverkehr die Mobilitätsbedürfnisse der Menschen voll und ganz ersetzen könnten. Diesen Beweis konnte der Straßenverkehr bis heute nicht er­brin­gen. Im Gegenteil, denn heute gefährdet der ausufernde Straßenverkehr die Gesundheit der Menschen und pro­du­ziert immer unerträglicheren STAU!

Die Gebiete entlang zerstörter Bahnen, verharmlosend „eingestellt“ genannt, werden unbedacht zu Problemre­gio­nen. Mit der schlimmen Entscheidung des damaligen Landeshauptmannes Dr. Klaus, die Ischlerbahn zu zer­stö­ren, wurde raumplanerisch eine fatale Entwicklung ausgelöst, die erst jetzt, mit kleineren Betriebsan­sied­lun­gen in Thalgau gelindert wird. Die Holzindustrie entlang der Ischlerbahn wanderte, nach deren Zerstörung, ab und folgte den Schienenanschlüssen entlang der Westbahn zwischen Frankenmarkt und Vöcklabruck. Den Ge­mein­­den entlang der Ischlerbahn wurde die Basis als Wirtschaftsstandort entzogen.

Der frühere Bürgermeister Peinsteiner von St.Wolfgang brachte das Dilemma auf den Punkt. Wenn in den nächs­ten zwanzig Jahren die Ischlerbahn nicht zurückkommt, stirbt das Salzkammergut wirtschaftlich ab. Der Tou­rismus hat, im internationalen Vergleich, die Wettbewerbsfähigkeit längst eingebüßt. Die demografische Ent­wicklung der Region geht einen fatalen Weg in Richtung Abwanderung, wie Peinsteiner berichtet. Die jungen Be­wohner entlang der Bahn finden kaum Arbeitsplätze vor Ort und pendeln in die Landeshauptstadt Salzburg. Das ist natürlich extrem unattraktiv, weil damit das Auto unvermeidlich wird, da der Bus längst nicht mehr aus­reicht, obwohl die Linien 140 und 150 die stärkstfrequentierten Linien in Salzburg überhaupt sind. Das Pendler­da­sein der Bewohner vom Wolfgangsee, 60-80 Kilometer von der Stadt Salzburg entfernt, währt nur kurz. Sie wer­den bald den Wohnort nach Salzburg verlegen und die Heimatregion verlassen, was die dortigen Gemeinden im massiven Steuerabfluss schmerzlich verspüren.

Die S5 Neue Ischlerbahn als Umkehr einer verfehlten Verkehrspolitik

„Über dieses alte Eisen redet in zwei Jahren kein Mensch mehr“ ätzte der Landeshauptmann Dr. Klaus über die Ischlerbahn in der Bud­get­rede des Salzburger Landtages 1956. Dass das eine gewaltige Fehleinschätzung war, zeigen die vielen Be­mühungen, die Ischlerbahn, als moderne Regionalstadtbahn, wieder zu errichten und auch diese Zeilen. Die Abkehr einer verfehlten Verkehrspolitik á la Klaus wird im Kapitel „SKGLB, die Neue Ischlerbahn“ und auf www.skglb.org aufgezeigt.

Die S5 Neue Ischlerbahn wird als Regionalstadtbahn wiederkommen, je früher, desto besser!

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